Fassaden

Allgemeines zu den Fassaden der Häuser Am Bassin

Die Häuser der Straße Am Bassin schließen den Bassinplatz im Westen ab. Die zwischen 1773 und 1785 erbaute Häuserzeile weist einheitlich dreigeschossige, giebelgeschmückte Backsteinhäuser im holländischen Stil auf (Bohle-Heintzenberg 2002, Jamme 2002). Diese Häuser bilden eine Ausnahme in der friderizianischen Architektur. Sie zeigen, dass Friedrich II. trotz abweichender architektonischer Auffassung bereit war, das Erbe seines Vaters Friedrich Wilhelm I. zu akzeptieren.

Das Mauerwerk der Häuser Am Bassin besteht aus roten Rathenower Backsteinen, die im Kreuzverband gemauert wurden, die Fugen sind weiß ausgestrichen. Wahrscheinlich waren die Fugen ursprünglich nicht farblich abgesetzt, sondern nur etwas blasser als die roten Steinflächen. Die Pinthen und Gesimse wurden aus Sandstein hergestellt und gelblich abgefärbt. Die in der Zeilenmitte stehenden Häuser des nördlichen Blockes heben sich durch Rustikastreifen im Erdgeschoss und eine Betonung der Mittelachse von den anderen Häusern ab. In den vergangenen über 200 Jahren erfuhren die Fassaden keine größeren Zerstörungen, auch wurden sie nicht durch Umbauten in ihrer originalen Struktur verfälscht.

Straßenfassade des Wohnhauses Am Bassin No.3

Das im Jahr 1783 erbaute dreigeschossige Wohnhaus Am Bassin 3 besitzt fünf Achsen und zeichnet sich durch ein mittig angeordnetes Zwerchhaus aus, dem ein geschweifter Giebel vorgeblendet ist. Die betonte Mitte des Hauses findet im Giebel des Zwerchhauses ihren Abschluss in einer großen gearbeiteten Sandsteinmuschel (siehe unteres Giebelfoto).

Das Erdgeschoss ist durch eine kräftige aus Putz hergestellte Streifenrustika hervorgehoben. Durch den kontrastreichen Wechsel zwischen dem hellen Putz und den roten Ziegeln entsteht eine starke lineare Wirkung.

Das Erdgeschoss ist von den beiden Obergeschossen durch ein breites Sohlbankgesims getrennt.

Die Mittelhäuser des nördlichen Blockes (auch Haus No.3) haben ihre Eingänge in der Mittelachse. Sie weisen eine schlichte Rechteckform mit einem geraden Sturz auf.

Die eiserne Eingangstür des Hauses No.3 stammt vermutlich aus dem Jahr 1890.

Bauzeitliche Fenster sind nicht erhalten geblieben, ursprünglich waren es Kreuzstockfenster, deren Flügel durch Quersprossen gegliedert waren. Die Ansicht des Hauses weicht durch die Änderung der Fensterform von der ursprünglichen Ansicht ab.

[Abbildungen: Die Straßenfassade von Haus No.3 als Grafik und der Hauseingang im Sommer 2004]

Der Giebel des Hauses Am Bassin No.3

Der nördliche Block der Häuser Am Bassin (No.1 bis No.7) besitzt insgesamt sieben Giebel, fünf einfenstrige und die beiden Eckhäuser jeweils einen zweifenstrigen Giebel.

Vertiefte Wandfelder

Die vertieften Wandfelder treten jeweils zwischen dem zweiten und dritten Geschoss auf. Bei allen Häusern sind diese Felder mit Rosengehängen aus Sandstein geschmückt. Dieser Schmuck fehlt jedoch an den Häusern No.3, No.8 und No.11; auf einer Fassadenansicht aus dem Jahr 1860 sind die Gehänge jedoch noch vorhanden. Die Ursache und der Zeitpunkt des Verlustes dieses Sandsteinschmuckes sind unbekannt. Diese vertieften Rechteckfelder sind ein beliebtes Fassadenmotiv des Baumeisters Gontards, die er erstmals in Potsdam bei Bauten am Wilhelmplatz verwendet hat.

Die Hoffassade des Wohnhauses Am Bassin No.3

Die Hoffassade des Hauses No.3 weist fünf regelmäßige Fensterachsen auf, in deren Mittelachse eine Hoftür und zwei Treppenhausfenster eingebaut sind. Mit wenigen Ausnahmen sind die bauzeitlichen Fensteröffnungen erhalten. Die Hoffassade weist einen geringen Sockelvorsprung und eine einfach glattgeputzte Fassade ohne Gesimse oder Dekor auf (Bohle-Heintzenberg, 2002, Jamme 2002).