Die Ausbildung

Ballettausbildung

Carl von Gontard wurde als Sohn eines hoch angesehenen Tanz- und Ballettmeisters geboren. Sein Vater Alexander Ludwig Gontard war in höfischen Diensten tätig. Dass Carl zunächst eine Ballettausbildung erhielt, ist daher nicht verwunderlich. Möglicherweise sollte er einmal den Beruf seines Vaters ausüben.

AUSBILDUNG DES BAUMEISTERS VON GONTARD

Ballett
Ballett

vor 1750 militärische Ausbildung?
1750 Gontard beendet seine Ballettausbildung

Ausbildung zum Architekten und Baumeister

Die einzelnen Ausbildungsstationen des späteren Baumeisters lassen sich nicht vollständig aufklären. Es wird aber vermutet, dass Gontard vor seinem Wechsel zum Hofbauamt in Bayreuth im Jahr 1950 auch eine militärische Ausbildung erhalten hat, sichere Nachweise dafür gibt es allerdings nicht (Fick, 2000). Angenommen wird auch, dass Gontard vor seinem Eintritt ins Amt bereits zwei Jahre lang als Volontär gearbeitet hat, Belege dafür gibt es jedoch nicht.

Die Dauer seines Studienaufenthaltes in Paris ist unbekannt, er hat aber zwischen 1750 und 1752/1753 stattgefunden. Dort besuchte Gontard die damals bedeutendste private Architekturschule, die École des Arts. Sie war im Jahr 1743 von Jaques-François Blondelgegründet worden. Zum Programm an dieser Schule gehörten neun Wochenstunden mathematische Einführung und die Erstellung von Plänen. Daneben besichtigte er Architekturbüros und machte Exkursionen zu französischen Bauten in Paris.

AUSBILDUNG DES BAUMEISTERS GONTARD

1750 Gontard tritt in das Hofbauamt in Bayreuth ein
1750 – 1752/53 Studienreise nach Paris
1754 – 1755 Reise durch Frankreich und Italien
1776 Gontard reist nach Holland?

Bauplan
Bauplan

Im Jahren 1754 führte es Gontard wieder nach Frankreich. Vom 10.Oktober 1754 bis zum 11.August 1755 nahm er an der Reise des Markgrafenpaares nach Frankreich und Italienteil [Straßburg, Nancy, Avignon, Marseille, Antibes, Genua, Pisa, Florenz, Rom, Neapel, Herculaneum, Bologna, Venedig, Verona]. Dort konnte Gontard neue Einblicke in die französische und italienische Baukunst gewinnen, die seine späteren Arbeiten beeinflussten. Es wird angenommen, dass er dort auch wichtige Kontakte geknüpft hat, denn die Markgräfin traf dort mit Persönlichkeiten wie Voltaire zusammen. Während dieser Reise fertigte Gontard Zeichnungen für sich und für die Markgräfin an. Die Reisekosten dieser Studienreise soll der Markgraf getragen haben.

Es wird angenommen, dass Gontad mit den gängigen kunsttheoretischen Schriften seiner Zeit vertraut war. Dafür sprechen seine Ausbildung bei Blondel in Frankreich und die Tatsache, dass der Markgraf eine umfangreiche Bibliothek besaß. Auch Friedrich II war im Besitz umfangreicher Kunstliteratur.

Im Jahr 1776 wurde im Adelsdiplom auch eine Reise Gontards nach Holland erwähnt, Belege gibt es dafür jedoch nicht. Im Laufe seines Lebens bestanden jedoch mehrere Möglichkeiten zu einer Reise nach Holland (Fick, 2000).